kunstfigur gabelsopran schreibt nix mehr. kunstfigur
schwadroneuse hat sie abgelöst. lass mich deine kunstfigur sein
Stimmgabel - 2005-05-11 10:31
ne stunde verpennt, wecker vergessen zu klingeln und erstmalig nicht der erste gedanke die verlorene liebe. draussen schneesturm, drinnen t-shirt, als frühstück ne tasse schwarzen kaffee mit nichts und ich glaub, es ist bald vorbei. kaum darüber geredet, ne ganze nacht mit ner freundin in der küche gesessen, gesoffen, locker andernhalb schachteln weggequlmt als wär ich raucherin und kein wort darüber verloren.
trauriger noch als es ist, wenn er gehen will, ist es, zu merken, wie die traurigkeit gehen will.
Stimmgabel - 2005-03-01 08:15
da schlägt eine wie ich mal übers wochenende mit von wut und trauer zermürbter seele bei der mutter auf um sich ein bischen umspülen zu lassen von alten geschichten und neuen, möglichst viel sinnloses zeug auf einmal um den kopf am denken zu hindern.
so eine wie ich stellt also den energiesparschalter aus. lässt die wanne volllaufen, schüttet ne halbe flasche vom teuren weleda entspannungsbad rein, das für alternde damen, denens nicht mehr so sehr darauf ankommt, ob sie gut riechen, schliesst die tür ab und legt sich rein. das kochend heisse wasser schwappt fast über.
der blick fällt auf den wasserzähler. er dreht sich noch ein wenig. die mutter wäscht ab. wenn die mutter abwäscht lässt sie ungefähr 1,5 finger hoch wasser in die spüle zu ungefähr 0,5 tropfen spüli.
meine mutter. und sei die trauer noch so gross, sie findet immer die richtigen worte. eine stunde später, total verschrumpelt, wanke ich gerahmt von ner riesigen dampfwolke, aus der badezimmertür. sie kreuzt meinen weg.
"na, schön sauber geworden?" ohne ne antwort abzuwarten verschwindet sie in der küche.
Stimmgabel - 2005-02-28 00:16
und noch zwei bilder fallen mir ein, dies gestern geschafft hatten, zu mir durchzudringen, unter den grauen schleier zu kriechen, den ich noch über der wollmützen-cap kombination (von der das kind meint, so könne man nicht losgehen) trug, wobei der schleier unsichtbar war, die kombination nicht.
eins der bilder war das gespräch mit einer frau, deren anblick mir immer ein leichtes betroffenheitsgefühl beschert hatte, einer frau, die aufgrund von ungewöhnlich groben und unproportionalen gesichtszügen, einer dicken brille und einer besonders tiefen stimme fast unweiblich wirkte. ich kannte sie nicht weiter, wir trafen uns lediglich in verschiedenen seminaren. sie sprach dort zwar immer sehr viel und laut, kam mir jedoch gleichzeitig abweisend und arrogant vor.
ich schämte mich damals ein wenig dafür, als ich mich dabei ertappte, wie ich mich darüber wunderte, dass eine derart unattraktive gestalt ein stinknormales heterosexuelles liebesleben zu haben schien.
vor ein paar wochen hat es sich dann plötzlich ergeben, dass ich diese frau näher kennenlernte und wie es immer so kommt - mit meinem früheren eindruck hatte dieses neue bild von der frau überhaupt nichts mehr gemein. wir hatten mittlerweile ein paar sehr offene gespräche und dann - kam gestern.
mit besagtem grauen schleier über dem kopf trottete ich also gestern abend durch den schneeregen, das ebenso schlecht gelaunte kind hinter mir herziehend, um meinen dienst als ausstellungsaufsichtspersonal abzuleisten. ich war bestellt, zwei stunden in ungeheizten fabrikhallen rumzusitzen um die 4 ausstellungsbesucher im auge zu behalten, dass sie den laden nicht etwa mit videobeamern in den manteltaschen verliessen. die frau war auch dort, als das zweite aufsichtspersonal. ihre nase glühte rot. sie war krank. ich bot ihr an, sie könne gerne wieder gehen, ich würde es sicher auch allein schaffen, die diebe zu stellen. sie blieb aber und bald sabbelten und gackerten wir nach herzenslust. die 4 besucher kamen gut allein klar.
da betrat ein junger schönling die räume. wir unterbrachen das gespräch. er steuerte geradewegs auf uns zu. höflich stand die frau auf und bat ihre hilfe an. sie erzählte etwas über die ausstellung und lud ihn sogar abschliessend noch zu einer ihrer veranstaltungen ein. erstaunt über die in unseren kreisen sonst eher unübliche freundlichkeit blieb ich in meiner winterjacke auf dem kippeligen aufsichtspersonalstuhl sitzen und beobachtete das treiben. und nachdem der schöne jüngling sich verabschiedet hatte und sich langsam in richtung ausgang bewegte sass auch sie wieder da, die nase glühte noch ein wenig roter, und bis die tür hinter ihm zufiel schwiegen wir.
dann sprachen wir über frauen über dreissig und junge männer. sie erzählte mir von einem, den sie sehr attraktiv fände aber der leider gut 15 jahre jünger sei als sie. ich riet ihr eindringlich, es von rahmenbedingungen dieser art nicht abhängig zu machen. und dann, ohne nachzudenken, stellte ich sie, die peinliche frage, die man nie ohne nachzudenken fragen sollte: "aber hast du denn nicht n freund?"
sie wurde knallrot und blickte auf den boden. nein, sagte sie, "ich hab kein glück mit männern."
ich auch nicht, sagte ich und wurde auch rot.
fortsetzung folgt
Stimmgabel - 2005-02-24 13:24
und um den grauen tag etwas zu erhellen erinnern wir uns an ein gestriges gespräch:
sass ich also mit einer bekannten, die wie ich den schönen künsten zugetan ist, mit frierenden hintern auf kalten stufen, und stellte ihr fragen, die sie mit einem zweistündigen vortrag über die poesie und irgendwelche filme quittierte, die sie am hamburger stadtrand gedreht hatte und von denen sie nun keck behauptete, sie wären in finnland gedreht worden. jetzt wolle sie mit dem filmmaterial aber auch nach finnland fahren um es dort zu zeigen und das geliehene zurückzubringen.
sie war schon mal da gewesen, in finnland, wofür ich sie sogleich lautstark beneidete, sie reiste in begleitung eines freundes, dessen besondere note u.a. darin besteht, dass er messie ist und zwar im fortgeschrittenen stadium/stadion.
nun sassen da also die 2 hobbypsychologinnen und sprachen über messies. worin äussert sich wahres messietum, mal abgesehen vom extravaganten wohnungseinrichtungsstil?
psychologin A berichtete von der abreise nach finnland. sie stand am busbahnhof. der freund kam nicht. sie stieg in den bus. der motor brummte. da sah sie, wie am horizont etwas auftauchte, ein mann mit wirren haaren, auf dem rücken ein rucksack, in den händen ein koffer, ein grosser blauer müllsack aus dem etwas sperriges herausragte und eine europalette.
der busfahrer sprach kein wort während er den kram in den bauch des busses reinwuchtete und alle sanken zufrieden in ihre sitze zurück.
auf der fähre wandte sich die psychologin A an ihren reisebegleiter und schlug vor, man könne doch vielleicht nun gemeinsam mal nachschauen, ob sich da nicht etwas umsystemieren liesse, bei seinem überbordernden gepäck. schliesslich hatte man noch lange wege vor sich und heimlich war der psychologin auch etwas unwohl bei dem gedanken, dass ihr begleiter, der eh schon in seiner äusseren erscheinung stark an einen stadtstreicher erinnerte, mit einem müllsack neben ihr her zog, schliesslich wollte man ja gemeinsam u.a. bei einigen galerien vorstellig werden. zögernd willigte er ein und es erwies sich dann auch als wesentlich einfacher, das gepäck umzupacken, als sie gefürchtet hatte: in dem koffer war weiter nichts als ein zerknitterter anzug, der an einem bügel an der kofferinnenseite befestigt war. die palette, so berichtete er ihr, hatte er sich vor 3 jahren mal von einer in finnin in hamburg geliehen und ihr versprochen, sie ihr zurückzugeben. die finnin war mittlerweile nach finnland zurückgekehrt. nur ihren namen hatte er vergessen.
wir hobbypschologinnen haben ja ein herz für solche fälle.
Stimmgabel - 2005-02-24 10:44
abkotzen
Stimmgabel - 2005-02-22 15:45
vogel in milchmischgetränk
Stimmgabel - 2005-02-22 10:54